Evaluierungen - meist fälschlicherweise als Feedback bezeichnet - sind heute bei Lehrveranstaltungen, Seminaren, Trainings etc. Standard. Dabei werden neben organisatorischen Aspekten wie Raumausstattung, Zeitplan etc. vor allem die Leistungen des Trainers (m/w) von den Teilnehmern (m/w) beurteilt.
Nach der Methode lässt sich einerseits unterscheiden in mündlich (persönlich) und schriftlich (anonym), andererseits nach dem Adressaten: Trainer selbst oder Veranstalter.
Unter den Begriff Feedback fallen tatsächlich nur die Varianten, bei denen der Trainer selbst der Adressat ist. Er hat den Teilnehmern Information gegeben (feed) und nun kommt Information zurück (feed back). Ist der Adressat ein anderer, sollte man von Evaluierung sprechen.
Leider unterstützen 3 von 4 Varianten Feigheit!
Nur das persönliche Feedback an den Trainer verlangt ein gewisses Maß an Mumm - das noch dazu wirklich nicht hoch sein muss, da Trainer üblicherweise Feedback in jeder Form (Lob, Kritik, Anregung) als wichtig ansehen.
Beim schriftlichen Feedback versteckt man sich hinter der Anonymität. Und einem Dritten etwas zu sagen, das man der Person nicht auch persönlich mitteilen würde, ist für mich die Krönung der Feigheit.
Anstatt Menschen dabei zu unterstützen, zu ihrer Meinung zu stehen, leisten wir mit diesen Methoden der Feigheit Vorschub. Duckmäuserei statt Zivilcourage lautet das Motto.
Ich stehe zu meiner Meinung - Christian Lapp



