Danke and die "Kleine Zeitung" (04.04.2012, S.5) für dieses Paradebeispiel einer, sagen wir, misslungenen Statistik!
Was von der "Flut an Beschwerden" durch den 50-prozentigen Anstieg zu halten ist, sieht man mit einem Blick auf die Grafik: Die Anzahl von 504 Beschwerden im Jahr 2011 liegt in der Mitte der letzten Jahre. Wenn etwas auffällig sein sollte, dann höchstens die "Ebbe" im Jahr 2010 (337).
Nachdem sich diese Zahlen auf die von der Kommission weitergeleiteten Beschwerden beziehen und die Anzahl der erhobenen deutlich höher ist (3421 ggb. 504 im Vorjahr), könnte die Veränderung auch daran liegen, dass mehr berechtigte Vorwürfe eingebracht wurden oder dass die Kommission andere Kriterien angewandt hat. Die Betonung liegt auf "könnte", denn die Zahlen lassen überhaupt keine Schlüsse zu.
Das heisst aber nicht, dass die subjektive Einschätzung über den Inhalt der Beschwerden falsch sein muss.
Positiv anmerken möchte ich, dass genügend viele Daten angegeben wurden, um überhaupt diese Kritik üben zu können; meistens ist das nicht Fall.
Dem oft geäußerten Vorurteil, dass Statistiken gefälscht seien, widerspreche ich aber! Meist sind es Unkenntnis - denn Prozente und eine Grafik machen noch keine Statistik - und der Irrglaube, dass Argumente besser sind, wenn irgendeine Zahl daneben steht.



