Christian Lapp

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1. Gesetz: Selbstorganisation sinnvoll einsetzen

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Steuerung von Selbstorganisation – auf den ersten Blick ein Widerspruch. Selbstorganisation ist ein freier Prozess, eben nicht gesteuert, nicht fremd- sondern selbst organisiert. Nichtsdestotrotz lassen sich die Eigenschaften der Selbstorganisation wie Kreativität, Sensibilität und Effektivität nutzen, und zwar in erwünschter Richtung nutzen, wenn man Systeme entsprechend designed und beeinflusst. Es kommt also darauf an, den Energieeintrag, die Freiheiten und die Grenzen für das System so zu setzen, dass es sich in erwünschter Richtung entwickelt. Dabei geht man immer einen Kompromiss zwischen der Genauigkeit der Vorgaben und den Möglichkeiten in der Selbstorganisation ein: Schreibt man einer Arbeitsgruppe sehr genau vor, wie das Ergebnis aussehen soll, wird man (sofern realistisch) auch ziemlich genau dieses Ergebnis erhalten, aber nichts Anderes, Besseres, Alternatives. Die Gruppe arbeite annähernd wie eine Maschine. Lässt man alles offen (allerdings mit dem Energieeintrag, dass etwas – irgendetwas – passieren muss), wird man das Maximum an Kreativität aktivieren, man kann aber nicht steuern in welchem Bereich sich diese Kreativität entfaltet.

Umkehrung des Gesetzes: Vorsicht vor den Extremen – eine Gruppe, die „Dienst nach Vorschrift“ macht, weil sie in sehr engen Grenzen steckt, ist extrem unproduktiv, ebenso eine Gruppe, die vor lauter Freiheit zum „Kaffee-Kränzchen“ verkommt. Enge Grenzen und klare Vorgaben müssen zusammen mit Wertschätzung für die Freiheit und Eigenständigkeit der Menschen transportiert werden und die grenzenlose Freiheit muss mit dem Gefühl der Verantwortung für ein größeres Ganzes einhergehen.

 

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