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4. Gesetz: Selbstorganisation braucht einen Rahmen – Verteidige die Grenzen!
Will man in Organisationen die Möglichkeiten der Selbstorganisation nützen, ist es unumgänglich, den Bereich zu definieren, in dem die Selbstorganisation sich entfalten kann und eine Grenze zu ziehen. Je mehr Freiheit innerhalb dieser Grenze herrscht, desto wichtiger ist es, die Grenze selbst zu verteidigen. Diese Grenze ist es, die sicherstellt, dass die Ergebnisse der Selbstorganisation auch sinnvoll in die Gesamtorganisation integriert werden können – die Grenze ist ja auch und gerade eine Schnittstelle. So eine Grenze für eine frei agierende Gruppe könnte in definierten Arbeitszeiten, Anwesenheitspflicht oder einem fixen Abgabetermin bestehen. Mehrfach habe ich selbst erlebt, dass gerade durch das Beharren auf diesen Vorgaben viel Kreativität freigesetzt wurde.
Umkehrung des Gesetzes: Natürlich können und müssen auch von Zeit zu Zeit die Grenzziehungen selbst in Frage gestellt und neu organisiert werden, wofür auch wieder die Selbstorganisation eingesetzt werden kann.
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3. Gesetz: Kreativität braucht Druck
Ohne Energieeintrag läuft nichts. Auch die Kreativabteilung darf nicht einfach machen was sie will, sondern muss zumindest irgendwann ihre Ergebnisse weitergeben – das kann natürlich auch ein, in dieser Gruppe internalisierter, Wunsch sein. Kreativität ist eine Eigenschaft komplexer Systeme, die immer dann zum Tragen kommt, wenn die Struktur des Systems den derzeitigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Gerade Einschränkungen können die Kreativität beflügeln. Wird man gezwungen, den bekannten Weg zu verlassen, muss man einen neuen Weg in unbekanntem Terrain suchen.
Umkehrung des Gesetzes: Hierfür gibt es auch keine Umkehrung! Es kann nur sein, dass dem Beobachter nicht klar ist, woher der Druck kommt, der zur Kreativität führt. Künstler haben oft einen derartig hohen kreativen Druck in sich, dass jeder Druck von außen hinderlich wäre. Wenn man mit solchen Menschen arbeiten kann, sollte man sich glücklich schätzen, für den Druck nicht mehr selbst verantwortlich zu sein.
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2. Gesetz: Entferne dich vom Gleichgewicht
Überkritischer Energieeintrag ist für jedes System etwas anderes. Für die Konvektionszelle ist es die heiße Herdplatte, für ein Wolfsrudel ist es das Beutetier, bei einer Massenpanik ist es das Wort „Feuer“, für eine Arbeitsgruppe ist es ihre Aufgabe und für eine Firma ist es der Markt. Mit ein wenig Einfallsreichtum und Experimentiergeist lässt sich der passende Energieeintrag finden, der das System aus dem Gleichgewicht bringt.
Umkehrung des Gesetzes: Hierfür gibt es keine Umkehrung! Außer der, dass man nicht immer selbst für den Energieeintrag sorgen muss. Das System kann aufgrund seiner Geschichte oder anderer Umstände schon überkritisch vom Gleichgewicht entfernt sein. Man kann sich zurücklehnen und zuschauen.
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